Fazit

2,5 Monate sind nun vergangen seit ich wieder zuhause bin. Die Zeit rast, ich kann es kaum glauben. Hier seht ihr noch die Strecke, die Marlene und ich in Peru zurückgelegt haben. Das habe ich Ende Mai ganz vergessen. Wenn ich Peru eine Überschrift geben müsste würde ich sie „Alpacas, Koka-Blätter und atemberaubende Landschaften“ nennen, das trifft es wohl auf den Punkt.

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Eine sportliche Route für drei Wochen.
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Den Koka-Tee vermisse ich nicht.

Eben habe ich die Bilder meines kompletten Blogs durchgeschaut und ich muss sagen, manches begreife ich jetzt erst im Ganzen. Unglaublich was man in drei Monaten alles sehen und erleben kann.

Jederzeit wieder würde ich mich auf die Reise machen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht! Allerdings finde ich es auch gut nach einiger Zeit wieder zuhause zu sein und Alltag zu erleben. So schätzt man viel mehr, dass man auf Reisen war, aber auch was man zuhause alles hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei einer viel länger dauernden Reise der Charme und Enthusiasmus verloren geht. Und außerdem gibt es hier auch kleine Abenteuer zu erleben… und wenn es nur der Besuch des Kletterparks mit Freunden ist.

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¡Chao amigos! Es war toll für euch zu berichten und eure Kommentare haben mir Freude bereitet.

Der anstrengendste Tag meiner Reise…

Ein großer Ausflug stand Marlene und mir in Peru noch bevor und zwar die Wanderung auf 5000 Meter über dem Meeresspiegel zu den Regenbogenbergen. Am Ende der Reise, drei Tage vor Rückflug nach Deutschland, das schien uns passend.

Um genügend Zeit und eine stressfreie Wanderung ohne große Gruppe zu haben, entschieden wir uns für einen privaten Guide. Nachts um zwei Uhr wurden wir abgeholt und da wir keine weiteren Leute in der Gruppe hatten, konnten wir uns in den Schlafsack verkriechen und bei der dreistündigen Autofahrt weiter schlafen. Auf ca. 4300 m angekommen gab es um 5 Uhr morgens für uns Frühstück in einer kleinen Hütte, inmitten von schlafenden Alpacas. Danach ging es auch direkt los mit unserer vier- bis fünfstündigen Wanderung bergauf.

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Los ging es mit Temperaturen um den Gefrierpunkt.
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Außerdem hatten wir tolle Weggefährten.
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Schon zu Beginn der Wanderung war die Landschaft wunderschön.
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Guide voraus…
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Die zwei Hunde der Alpacafarm haben uns bis auf den Gipfel begleitet.
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Auf dem Weg nach oben wird es immer farbenfroher.

Ab ca. 4600 Metern wurden wir allerdings müde, der Magen hat rebelliert und je höher wir wanderten, desto mehr hat sich der Kopf angefühlt wie in einer Schraubzwinge. Außerdem wurden wir immer langsamer und brauchten bei der dünnen Luft immer mehr Pausen. Und dann der absolute Hammer, überholten uns ein paar faule Touristen, die sich einfach ein Pferd gemietet haben… Aber selbst die mussten das letzte Stück zu Fuß gehen, denn das war viel zu steil für die Pferde. Natürlich waren wir dann nicht mehr als erstes oben, obwohl wir so früh losgelaufen sind. Koka-Blätter kauend und völlig fertig kamen wir also oben an und wurden mit einem wunderschönen Blick belohnt.

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Total fertig, aber glücklich oben angekommen.
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Die Strapazen haben sich definitiv gelohnt für diesen Ausblick.
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Die rot-gelben Streifen im Hintergrund fand ich persönlich am Schönsten.
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Nur der „Ausangate“ mit 6384 m ist im Umkreis noch höher.

Sehr lange konnte wir oben nicht verweilen, da uns ja weitere vier Stunden Abstieg bevorstanden. Außerdem war es sehr kalt und windig und es zogen schon die ersten dunklen Wolken auf, denn am Mittag regnet und hagelt es in diesem Gebirge ziemlich heftig, was gefährlich werden kann. Also habe ich noch schnell mein Lunchpaket verschlungen und los gings.

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Bei unserem Abstieg hatten wir ein schnelles Tempo drauf. Aber durch den Schlafmangel, das wenige Essen, die körperliche Anstrengung und vor allem die Höhe, ging es uns leider nicht gut. Nach einiger Zeit haben die Beine angefangen zu zittern und wir mussten immer wieder Pausen einlegen. Unser Guide, der jung war und dessen zweite Gruppe überhaupt wir waren, hat nicht verstanden, dass uns schlecht war und uns weiter den Berg „runtergescheucht“. Das hatte leider zur Folge, dass wir nichts von dem leckeren Essen genießen konnten, als wir unten ankamen. Ich habe nur ein bisschen Suppe gelöffelt und dann ging es auch schon im Auto zurück nach Cusco.

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Durch schöne Täler und Schluchten zurück nach Cusco.

So fertig bin ich die ganze Reise noch nicht ins Bett gefallen. Und ich habe auch nichts mehr von den anderen Zimmerbewohnern im Hostel mitbekommen, als ich um 21 Uhr schlafen gegangen bin.

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Ein sehr anstrengender, aber durchaus gelungener Abschluss der Peru-Reise!

Machu Picchu ♥

Ein weiteres Highlight auf der Reise war definitiv der Besuch der weltbekannten Inka-Ruinen Machu Picchu. Verborgen im Gebirge und von den spanischen Eroberern damals unentdeckt, sind die Ruinen sehr gut erhalten.

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Mit dem Zug von Cusco nach Aguas Calientes.

Von Aguas Calientes aus fährt der erste Bus morgens um 5:30 Uhr los zum Machu Picchu, also sind wir um kurz nach 5 Uhr zur Busstation losgelaufen. Wir brauchten uns aber nicht die Mühe machen und den kompletten Weg gehen, denn die Schlange war bereits mindestens zweihundert Meter lang. Mit dem schätzungsweise 10. Bus sind wir dann auf der gewundenen Straße, ca. 30 Minuten lang, hochgefahren. Ein Haufen Touristen, der sich im Laufe des Tages aber sehr gut auf dem Gelände verteilt hat.

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Das Ende der Schlange ist in Sicht!

Am Eingang zum Gelände haben Marlene und ich uns einen Guide genommen. Sie hat uns zwei Stunden durch die Ruinen geführt und uns viel erzählt und gezeigt. Anhand der Bearbeitung der Steine kann an erkennen ob sich ein Gebäude um ein gewöhnliches Wohnhaus handelte oder ob es ein Tempel für eine Gottheit war. Auch wenn die Bearbeitung der Steine des Tempels „Sacsayhuaman“ in Cusco schöner ist, so lebt Machu Picchu von der Größe der Inka-Stadt in solch einer atemberaubenden Landschaft.

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Unser erster Blick auf Machu Picchu und den Berg Huayna Picchu.
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Als wir gerade mit unserer Tour am Sonnentempel waren…
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… kam die Sonne hinter den Bergen hervor. Wie passend!
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Was für ein Anblick!
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Auch die Chinchillas, die in den Ruinen wohnen, genießen es.
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Die Touristen verteilen sich gut in der Anlage, manchmal hat man Teile sogar für sich alleine.
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Uns gefällt es hier!
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Die „Rückseite“ sieht übrigens so aus.
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Ich kann mir richtig vorstellen, wie hier die Inka lebten.
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Heute gehört die Stadt den Lamas.
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An der Bearbeitung der Steine erkennt man ob es sich um gewöhnliche Wohnhäuser oder Tempel handelt.
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Natürlich sind wir auch zum Sonnentor gewandert.
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Ganz schön anstrengend in der Mittagssonne.
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Von hier oben hat man nochmal einen ganz anderen Blick auf die Ruinen.
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Auch diese riesige bearbeitete Steinplatte gehört zum original Inka-Pfad.
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Und hier nochmal im Ganzen.
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Am Abend hat es angefangen zu donnern, aber da mussten wir sowieso zurück.

Das war definitiv einer meiner schönsten Ausflüge in Peru und auch auf meiner Reise. Es war ein unvergesslicher Tag!

Ein unglaublicher Tag

Um nicht alles Sehenswerte mit gebuchten Tagestouren abzuklappern und zeitlich flexibler zu sein haben wir beschlossen die Inka-Terrassen von Moray und die Salz-Terrassen von Maras mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzufahren, bzw. das Stück dazwischen zu wandern.

Also haben wir uns gleich nach dem Frühstück aufgemacht und sind mit dem Taxi aus dem Zentrum zum außerhalb liegenden Busbahnhof gefahren. Schon aus dem Taxi heraus haben wir die Piranhas gesehen, die uns dort erwarteten. Auf schnellstem und lautestem Spanisch wurden wir „begrüßt“, wohin wir wollen und was unsere Optionen sind. Dabei haben sich die Taxi- und Busfahrer mit ihren Angeboten stehts über- und unterboten. Wir wussten ja aber, dass wir mit dem öffentlichen Bus oder einem Colectivo (einem Sammeltaxi) am günstigsten dort hin kommen. Also haben wir uns dort befreit und sind in das nächste Sammeltaxi gestiegen. Nach ca. 20 Minuten sind wir losgefahren, denn ein Colectivo fährt nur, wenn alle Plätze belegt sind. Mit dem Busfahrer habe ich ausgemacht, dass er uns nicht mit in die Stadt nimmt, sondern an einer Kreuzung rauslässt. Laut Internetrecherchen ist das der beste Weg zu unserem Ziel. Das hat dann auch sehr gut funktioniert und an der Kreuzung hat uns gleich ein Taxifahrer angesprochen, der uns weiter nach Moray gefahren hat. Dort hat er eine Stunde gewartet bis wir uns die Terrassen angeschaut haben und uns danach an der Abzweigung zum Wanderweg rausgelassen.

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Die Inka verwendeten die Terrassen um herauszufinden bei welchen Temperaturen welche Pflanzen wachsen. (Man sieht hier übrigens nur einen Teil der Anlage, es gibt mehrere Terrassen.)
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Zwischen oberster und unterster Terrassenstufe gab es ca. 15 Grad Temperaturunterschied.
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Die Treppenstufen am Rand haben einen ziemlich großen Abstand zueinander.
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Wer runter läuft muss auch wieder hochlaufen… puhh, das war anstrengend.

Am Start des Wanderwegs haben wir Rast gemacht um etwas zu essen und zu trinken und da ist Marlene aufgefallen, dass ihr Handy fehlt. Wir vermuteten, dass es noch im Taxi liegen muss. Aber anstatt wieder zur Kreuzung mit den Taxis zu fahren sind wir losgewandert. Warum, das können wir im Nachhinein nicht mehr sagen.  😀

Die Wanderung nach Maras war wunderschön und hat ca. 1,5 – 2 Stunden gedauert. Auf dem Weg haben wir einheimische Frauen mit ihren Tieren getroffen und der kleine Sohn hatte Spaß daran, dass wir ihm seinen Ball zurück gekickt haben. Bei den Salz-Terrassen angekommen waren wir wieder inmitten von Touristen, die sich mit ihren Tourbussen haben dort hinbringen lassen.

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Was für ein wundervolles Farbspiel während unserer Wanderung.
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Süße Esel und Schafe auf dem Weg.
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Ihr täglicher Weg mit dem Vieh.
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Marlene beim Einfangen der besten Motive.
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Cooler Hut!
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Der Weg war nicht ausgeschildert, wir sind einfach immer weiter ins Tal gelaufen.
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„Trekking gear“ (Fotocredit: Marlene)
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Da kamen sie in Sicht…
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… die Salz-Terrassen.
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Von hier aus war es nicht mehr so weit ins Tal.
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Hier wird gerade eine neue Terrasse angelegt.
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Der Urubamba Fluss zieht sich durchs ganze heilige Tal.
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Die Brücke wird gerade erneuert.

Danach ging unsere Wanderung weiter ins Tal, durch einen kleinen Ort, am Fluss entlang und über eine Holzbrücke, bis wir an die Hauptstraße kamen. Mit einem Taxi sind wir in den nächsten Ort gefahren um dort in einen Bus nach Cusco umzusteigen. Nebenbei habe ich dem Taxifahrer erzählt, dass wir am Morgen im anderen Taxi ein Handy haben liegen lassen. Er meinte dann, dass es sehr schwer ist, liegengelassene Sachen wieder zu bekommen, vor allem Handys. Aber er hatte Interesse und so erzählte ich ihm wie das Auto aussah und Marlene wusste zum Glück noch ein sehr markantes Merkmal des Taxifahrers, nämlich einen Silberzahn mit einem Stern drauf.

Danach wusste der Taxifahrer wen ich meine und hat uns zu dem Taxistand gefahren, wo dieser normalerweise steht. Leider war er nicht da, aber unser freundlicher Fahrer ist mit uns ausgestiegen und hat den anderen Taxifahrern dort unsere Geschichte erzählt. Und siehe da, der nächste dort wusste aus welchem Ort der Fahrer vom Morgen kommt und hat uns angeboten uns dort hin zu fahren. Einen Versuch ist es Wert, dachten wir…

In dem kleinen Dorf angekommen ging es gerade so weiter. Unglaublich wie hilfsbereit die Menschen dort sind. Unser Taxifahrer hat jeden auf der Straße gefragt, wir sind bei der Mutter des gesuchten Taxifahrers vorbei gefahren um sie nach der Handynummer zu fragen. Von jemand anderem haben wir dann die Nummer des Bruders bekommen und diesen informiert… Allerdings alles erstmal ohne Erfolg.

Gerade als ich bei der Polizei meine Nummer und die Adresse unseres Hostels hinterlegt habe und sich die Polizisten schon über uns lustig gemacht haben, dass wir überhaupt auf die Idee kamen nach dem Handy zu suchen, rief der gesuchte Taxifahrer bei unserem lieben Taxifahrer an. Dieser hat den Anrufer an die Polizei weiter gegeben und ich denke das war ausschlaggebend dafür, dass er schließlich in den Ort gefahren kam um uns das Handy zu bringen.

Also nochmal 25 Minuten warten. In dieser Zeit hat mir der Taxifahrer gesagt, dass ich allen Beteiligten ein Trinkgeld geben müsse für ihre Mühen, also habe ich zuerst mal ein Scheinchen in die Hand des Polizisten wandern lassen. Als die Übergabe war und ich dem Taxifahrer sein Geld gegeben habe, hat dieser nur verständnislos geschaut und gesagt, dass ich für diesen kleinen Schein das Handy nicht zurück bekomme. Tja, was sollte ich also tun. Marlenes Handy war in seiner Hand und wir wollten es ja unbedingt zurück. Also habe ich einen nochmal so großen Schein aus der Tasche gezogen. Damit hat er sich dann zufrieden gegeben und die unglaubliche Geschichte hat somit ein Ende gefunden. Alles in allem hat uns wohl die Wiederbeschaffung des iPhones mit allen Taxis und „Trinkgeldern“ ca. 100 Euro gekostet.

Unser Taxifahrer, der uns die ganze Zeit geholfen und rumkutschiert hat wurde natürlich aus entsprechend entlohnt und als wir im Bus zurück nach Cusco saßen konnten wir über diese unglaubliche Geschichte nur noch Lachen. Allerdings war ich danach ziemlich fertig. Das ganze Gerede auf Spanisch und das hin und her hat mein Kopf wirklich zum Rauchen gebracht und ich war froh, als wir im Hostel ankamen und der Tag zu Ende war.

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Endlich auf dem Weg ins Hostel.

Auf der bisherigen Reise durch Peru habe ich mich ja schon über die freundlichen und hilfsbereiten Menschen gefreut. Aber nach diesem Tag fand ich ihr Engagement einfach unglaublich. Und das für zwei Touristinnen, die sie nicht kennen und höchstwahrscheinlich nie wieder sehen werden.

Im heiligen Tal der Inka

Die Hostelsuche in Cusco hat sich an diesem Abend als etwas schwierig erwiesen, denn jeder, der nach Peru reist kommt natürlich nach Cusco um von hier aus zum Machu Picchu zu fahren. Nach einiger Zeit haben wir allerdings das „EcoPackers“ Hostel im Zentrum gefunden, das noch Platz für uns hatte. Beim Abendessen haben Marlene und ich dann auch gleich zu spüren bekommen, dass hier die Preise höher sind als im Rest des Landes.

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Am nächsten Morgen sind wir mit dem Taxi zu „Sacsayhuamán“ gefahren. Einem Tempel, der zu Zeiten der Inka dem Gott des Blitzes gewidmet wurde. Dieser liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt. Dort haben wir eine zweistündige Führung mit ausführlichen Erklärungen, von einem ganz lieben und engagierten Guide, bekommen.

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Unser Guide spricht Spanisch, Quechua, Englisch und Französisch.
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Hier sieht man die blitzförmige Bauweise der Ruinen.
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Der Wahnsinn wie die Inka diese riesigen Steine geformt und verbaut haben.
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Ich habe durchaus das Zeug zu einem Paparazzi ;)
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Das Steinlager
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Und dann sind Wolken aufgezogen und es hat angefangen zu donnern, von Licht und Dramatik natürlich viel cooler für so einen Ort als Sonnenschein.
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Unser ungeplanter Partnerlook.

Weil wir uns in den Ruinen nach unserer Führung noch so lange verweilt haben (wir waren davon mächtig beeindruckt) haben wir es gerade noch rechtzeitig runter in den Ort und zum zentralen Platz geschafft. Dort haben wir nämlich bei einer kostenlosen Stadtführung teilgenommen. Die war wirklich gut und wir haben viel gesehen. Am Ende gibt man dem Guide dafür Trinkgeld.

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Der Inka-König
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Als die Spanier kamen, zerstörten sie alle Inka-Paläste und erbauten ihre Kirchen auf deren Plätze.
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So sieht es in den Seitengassen aus. Wo wollen die Autos bloß hin?

Eine witzige Geschichte bei der Tour war auch, als der Guide erzählte, dass die Spanier die Gitarre mit nach Peru brachten. Den Einwohnern dort war es allerdings nicht gestattet sie zu spielen, deshalb bauten sie sich kleine Gitarren, die sie unter ihrem Arm unter dem Poncho verstecken konnten. Diese Tradition der kleinen Gitarren wird bis heute fortgesetzt. Der Instrumentenbauer hat uns außerdem noch ganz viele andere Instrumente gezeigt, die die Inka benutzt haben. Am beeindruckendsten fand ich allerdings die Gitarre mit 16 Saiten. Das hört sich ein bisschen an wie eine Harfe.

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Über ein Jahr braucht es um eine dieser Gitarren, aus einem Stück Holz, fertig zu stellen.

Der Titicaca-See und die Fahrt im Hogwarts-Express

Zur Weiterfahrt nach Puno haben Marlene und ich uns für einen Bus entschieden, der ab und zu an Aussichtspunkten Halt macht. Das war eine gute Entscheidung, zum einen weil man dann nicht einfach nur zum nächsten Ort rauscht, sondern auch weil man anders betreut wird. Puno liegt nämlich auf 3800 Metern, was durchaus die Höhenkrankheit hervorrufen kann. Bei einem Stopp gab es zum Beispiel Cocatee zu trinken, der den Aufstieg in die Höhe erleichtern soll.

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Auf der Fahrt haben wir viele Vicuña-Familien gesehen.
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Also ich finde Cocablätter kauen eklig, als Tee ist es ok.
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Flamingos
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Wichtig: Immer genügend Snacks dabei haben.
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Die Landschaft ist einfach der Hammer!
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Aber es ist so kalt im Gebirge!

In Puno angekommen gab es erstmal einen Kälteschock von 2 Grad. Zum Glück sind wir mit genügend Schichten an Kleidung und einen warmen Schlafsack ausgestattet. Hier haben wir drei Nächte verbracht um uns an die Höhe zu gewöhnen und den Titicaca-See zu erkunden.

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So „ordentlich“ und kalt hatten wir es in unserem Privatzimmer in Puno.

Am Titicaca-See lebt das Volk der Uros, die auf schwimmenden Inseln im See leben. Bei einem Besuch dort haben wir gelernt wie das Leben dort funktioniert. Danach sind wir mit dem Boot 2,5 Stunden weiter über den See gefahren zur Insel Taquile. Die Insel erinnert von der Landschaft an Italien, nur dass die Bewohner dort ganz anders sind. Es ist schon ein ungewohntes Bild, die Männer mit ihren bunten Mützen und Schals zu sehen und sie beim Stricken zu beobachten, denn dafür sind die Männer hier bekannt.

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Die schwimmenden Schilf-Inseln.
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Hier müssen alle mit Anpacken, sonst funktioniert es nicht.
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Die Uros leben zum Teil davon, ihre Handwerksarbeiten an die Touristen zu verkaufen.
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Begrüßung eines ankommenden Touristen-Bootes.
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Die Frau des Inselpräsidenten zeigt uns ihr Haus.
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Auf jeder der Inseln leben mehrere Familien.
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Die Fahrt über den Titicaca-See.
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Echte Zähne?!
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Ein anstrengender Anstieg vom Steg ins Dorf.
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Was für eine hübsche Insel.
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Wer Zuckerwasser liebt für den ist Inca-Kola genau das richtige… für mich allerdings zu süß.
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Überall Schafe, denn die Wolle wird für die Strickereien benötigt.
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Jede Generation Männer strickt hier.
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Dezente Mütze gefällig?
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Und hier noch ein Selfie auf dem Rückweg nach Puno.

Ein Highlight auf der Reise durch Peru war unsere Fahrt, weiter nach Cusco, mit dem Panorama-Zug „Andean Explorer“. Mal etwas anderes dachten Marlene und ich und haben den im Vergleich zum Bus sehr viel teureren Zug gebucht. Aber er war jeden Cent wert fand ich. Es gab komfortable Sitze, ein sehr leckeres Menü und Livemusik im Panorma-Wagon, der fast komplett aus Glas bestand. Ein bisschen habe ich mich gefühlt als ob ich bei Harry Potter mitspielen würde und im Hogwarts-Express durch schöne Landschaften fahre. Aus dem flacheren Land ist der Zug weiter durch die Berge gefahren, durch Städte gerattert und sogar mitten durch einen belebten Markt. Am Rand der Gleise standen Kinder, die dem Zug gewunken haben. Fast wie aus einem Bilderbuch. 10 Stunden hat die Fahrt gedauert bis wir schließlich an unserer letzten Station ankamen, dem heilige Tal der Inka, wo wir unsere letzte Woche in Peru verbringen würden.

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Hier fahren, bis auf die Angestellten, nur Touristen mit. Für Einheimische ist der Preis zu hoch.
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Ab durch den Markt.
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Die schönsten Bilder konnte man vom letztem Wagon, dem Panorama-Wagon, machen.
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Die Fahrt durch schöne Landschaften.
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Luxuriöse und gemütliche Abteile.
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Jetzt gehts Richtung Gebirge.
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Die Touristen-Bespaßungs-Front.
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Das Panorama-Abteil, eine Seltenheit wenn hier mal keiner war… (es gab gerade ein Nachmittags-Snack, deshalb konnte ich das Bild machen)
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¡Hasta luego Puno y hola Cusco!

Im Tal des Condors

Arequipa, die weiße Stadt. Von hier aus haben wir eine Tour in den nahen Colca Canyon unternommen und die Stadt erkundet. Die Stadt gefällt mir wirklich gut, man fühlt sich sicher und es wuseln viele Menschen umher. Außerdem hatten wir hier ein wirklich schönes und ruhiges Hostel mit ganz lieben und bemühten Besitzern.

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Der Park im Zentrum von Arequipa.
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Dreamteam
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Im Stadtkern sind fast alle Kirchen und Gebäude aus weißem Stein.
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Die bunteste Kapelle der Welt…
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… mit ungewöhnlichen Mustern.

Vom Arequipa aus haben wir eine Tagestour zum und ins Colca Tal unternommen, in dem der zweittiefste Canyon der Welt liegt. Die Landschaft ist karg, aber im Tal können Dank der Terassen Produkte angebaut werden. Und hier kann man auch den Condor sehen wenn man Glück  hat.

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Auf dem Weg zum Colca Canyon.
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Wir sind umringt von Vulkanen, dieser hier ist sogar gerade am Dampfen.
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Alle halten Ausschau nach dem Condor.
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Junge, braune Condore, die einen Kuhkadaver verspeisen.
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Ganz schön tief der Canyon.
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An diesem Tag konnten wir einige Condore über die Schlucht gleiten sehen.
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Traditioneller Tanz, auch die Männer tragen Röcke.
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Die Terrassen
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Wilde Kaktusfrucht, drei mal saurer als Kiwi. (Das Bild habe ich speziell für Julia aufgenommen :D)
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Den ganzen Tag tolle Aussichten ins Tal.
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Sie wartet schon darauf dem nächsten Touristen für Fotos ein paar Soles abzuknöpfen.
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Hier haben Marlene und ich ganz gemütlich den Mittag verbracht.
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So schön hier!
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Unser letzter Stopp war auf einer Ebene auf 4800 Metern…
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… auf der ganz viele Alpacas leben.
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Ganz schön kalt hier oben, aber sonnig.
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Am liebsten hätten wir welche mitgenommen.

Am Morgen des Weiterreisetags haben wir uns außerdem noch ein Kloster angeschaut. Das war wirklich schön gemacht, überall Pflanzen und kleine Nieschen. Danach ging es mit dem Bus weiter nach Puno am Titicaca-See.

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Gemütliche Innenhöfe
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Überall Küchen, denn die Nonnen waren bekannt für ihre Kuchen und Brote.
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Und hier die Wäscherei.

Der Endspurt beginnt

Am 01.05. haben Marlene und ich es geschafft uns am Flughafen in Lima zu treffen. Unsere Flugzeuge kamen fast zeitgleich an, meines aus Quito, Marlenes aus Frankfurt mit Zwischenlandung in Panama.

Die ersten zwei Nächte haben wir uns ein Hostel in Lima genommen um die Reise zu planen, denn wir hatten vorher leider keine Zeit dazu.

Lima ist eine laute große Stadt. Aber es gibt auch ein paar schöne Ecken. Wir waren unter anderem in einem Park mitten in der Stadt, in dem ganz viele Katzen leben. Leider kann ich euch davon kein Bild zeigen, da meine SD-Karte den Geist aufgegeben hat und die letzten Bilder nun nicht mehr drauf sind. Zum Glück hat mir Marlene noch eine 8 GB Speicherkarte mitgebracht, sodass ich nicht aufs weitere Fotografieren verzichten muss.

Nach Lima sind wir die Küste entlang weiter in den Süden gefahren. In der Wüste Huacachina haben wir eine schreckliche, laute und schlaflose Nacht im Hostel verbracht (bis jetzt das schlechteste Hostel in dem ich war). Aber wir haben auch etwas Schönes gesehen und zwar die Oase im Ortskern. Und wir haben eine Wüstenbuggy-Tour mitgemacht.

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Von dort aus ging es weiter nach Paracas an der Küste. Mit einem Taxi sind wir den Nationalpark abgefahren und haben an allen Stops Halt gemacht solange wir wollten. War schön nicht an einen Bus oder an eine Gruppe gebunden zu sein. Was für eine krasse Wüstenlandschaft, sonnig aber kühl.

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Ein kleinerer Verwandter des Condors.

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Unser Hostel für diese Nacht war super. Sehr stylisch und direkt am Strand. Am nächsten Morgen haben wir eine Bootstour zu den Islas Balestras gemacht, auch genannt „Das Galapagos für Arme“.

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Um keine Zeit zu verlieren sind wir direkt nach der Tour in den luxuriösen Touristenbus gestiegen und die Panamericana weiter in den Süden nach Nasca gefahren. Leider haben wir länger gebraucht als gedacht und hatten in Nasca nur ein paar stressige Stunden um alles zu erkunden.

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Die Panamericana
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Nascalinien “Hände“

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Ein Teil des “Baumes“
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Karg und heiß ist es hier.
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Gruselig…
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Eine Töpferei, die nach alter Weise fertigt und bemalt.
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Vorne Nachbildung, hinten Original.

So schnell wie hier in Peru bin ich noch nie gereist und es hat mich schon etwas mitgenommen direkt wieder in den Bus zu steigen und über Nacht nach Arequipa zu fahren.

Ein Monat mit Höhen und Tiefen

Es scheint schon wieder Ewigkeiten zurück zu liegen, dass ich in Ecuador war. Hier noch meine Route, die ich zurück gelegt habe, natürlich mit viel Liebe auf dem Amazon Tablet gezeichnet… (Sorry, aber besser bekomm ich das jetzt nicht hin mit dem Finger auf dem Mini Tablet.)

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31 Tage habe ich hier verbracht und denke, ich habe einen vielseitigen Eindruck vom Land erhalten.

Besonders toll war natürlich Steffi zu sehen, mit ihr Zeit zu verbringen und zu erleben wie das Leben in Ecuador so läuft. Unser gemeinsames Kochen am Abend werde ich sehr vermissen.

Auf das Rafting, die Magen-Darm-Probleme und das Erdbeben hingegen, hätte ich auch verzichten können.

Das beste Essen bisher auf der Reise hatte ich übrigens immernoch in Pablos Hotel auf Galapagos. Ich denke Alessa wird mir da zustimmen. 😀

Tja und seit dem 01.05. bin ich mit Marlene in Peru unterwegs. Da unsere Tage aber sehr straff durchgeplant sind komme ich nicht zum bloggen. Aber keine Sorge, das hole ich natürlich nach.

Bis bald ihr Lieben!
Eure Estefania (wie ich hier genannt werde)

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Vier Tage im Nirgendwo

Tja, nachdem ich schon ziemlich viel in Ecuador gesehen habe, hat mir Steffi empfohlen noch in den Regenwald zu gehen. Und weil ich keine Lust hatte auf Bus fahren, bin ich von Quito bis Lago Agrio geflogen. 40 Minuten Flug, dann 2,5 Stunden weiter mit dem Bus und dann nochmal 2,5 Stunden mit einem kleinen Boot den Fluss entlang. Nur 60 km dichter Wald, kleine Flüsse und viele darin lebende Tiere haben mich von der kolumbianischen Grenze getrennt.

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Als ich dann in der Nicky Eco-Lodge angekommen bin, war ich mitten im Nirgendwo. Nur der Fluss, viele Bäume, jede Menge Insekten und kleine Hütten mit Dächern aus Palmenblättern. Die Zimmer waren halb offen und über den Betten hingen Moskitonetze. Internet oder Handyempfang gab es dort nicht, hier wurde abends Schach gespielt, sich unterhalten oder mit einer Stirnlampe ein Buch gelesen. Strom zum laden elektrischer Geräte gab es morgens und abends jeweils zwei Stunden von der hauseigenen Solaranlage.

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Die Lodge

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Gleich am Nachmittag des Ankunftstags sind wir noch Piranhas angeln gegangen und haben eine Fahrt auf den Fluss bei Dunkelheit gemacht. Hier merkt man, dass die Mitarbeiter im Dschungel aufgewachsen sind, so wie der Fahrer des Bootes über den dunklen Fluss gefahren ist. Und am Himmel waren so viele Sterne, der Himmel war quasi weiß, das war so wunderschön.

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Vorbereitungen fürs Piranha-Fischen…
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Anweisungen folgen…
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Piranha angeln!

Es folgten weitere Tage mit frühem Aufstehen, vielen Fahrten auf dem den Fluss, eine Wanderung durch den Regenwald und auch eine Nachtwanderung. Ich zeige euch jetzt einfach ein paar Bilder. Viele davon sind leider nicht so gut geworden, weil ich einen starken Zoom benutzen musste. Außerdem habe ich rosane und graue Flussdelfine gesehen, aber die waren zu schnell für mich und meine Kamera.

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Suchbild: Finde das Äffchen.
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Henna-Pflanze
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Hoatzin, alias Stinky Turkey Bird
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Die Abenteurer
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Ein Bienennest
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Rote Aras

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Ein Faultier (eins meiner Highlights)
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Viele viele scheue Affen.
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Der tägliche Ausblick.

An einem Tag sind wir zu einer Familie gefahren, die dort lebt und Kakao, Kaffee und Yuca anbaut. Da hat es dann angefangen aus Strömen zu regnen. Nicht untypisch im Regenwald 😀

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Kakao
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Die weiße Hülle schmeckt sehr süß, der Kern bitter.
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Regen… aber ich bin ja ausgerüstet.
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Ernten der Yuca-Wurzel.
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Vorbereiten des Mehls.

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Ich hätte doch Bäckerin werden sollen…
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Der Wald ist so dicht bewachsen, da kommt man kaum durch.
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15 cm Schmetterling
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Suchbild: Finde den Papagei.
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Die Tukane saßen leider immer auf den höchsten Baumspitzen. Ein Fernglas wäre toll gewesen.

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Morgens um 5:30 auf dem Aussichtsturm.

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Das Essen war sehr lecker.

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Schnecke mit 10 cm Haus.
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Überall Krabbeltiere (die schwarzen Finger des Guides waren ein “Henna-Unfall“)
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Es hat geregnet und war so heiß, aber man konnte die Jacke nicht ausziehen, sonst hätten die Moskitos nichts von einem übrig gelassen.

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Der Pfad
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“Liebling ich habe die Kinder geschrumpft“
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20 cm igitt pur

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Es waren schöne Tage im Regenwald, aber ich war froh als ich wieder in der Zivilisation war. Dort waren es ständig mindestens 80% Luftfeuchtigkeit und die Kleidung war klamm. Und permanent Moskitoschutz auf der Haut zu haben ist auch nicht so toll.